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Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin, Deutschland

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche: Fertigstellung: 2014

Projektdaten

Produkt: Sonderfertigungen
Material/Menge Kupferblech 0,7mm, Tecu Classic KME ca. 850 m2
Walzblei, Saturnblei 2,25mm  ca. 350 m2
Oberfläche:

Auftraggeber: Stiftung- Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche Berlin
Verleger: Böhme Systems GmbH
Architekt: BASD, Gerhardt Schlotter, Berlin

Gedächtniskirche 1 Gedächtniskirche 2 Gedächtniskirche 3

Chronik

Der ursprüngliche Kirchenbau der Gemeinde geht zurück auf das Programm des Evangelischen Kirchenbauvereins. Auf Anregung Kaiser Wilhelms II. wurde die Bedeutung des Gebäudes um die Facette der Gedenkstätte zu Ehren Wilhelms I erweitert. Im hierfür ausgeschriebenen Architekturwettbewerb setzte sich Franz Schwechten, der spätere königliche Baurat und Mitglied der Bauakademie, durch. Obwohl offiziell der Kirchenbauverein die Bauträgerschaft innehatte, nahm das amtierende Kaiserpaar des Öfteren Einfluss auf die Ausführung und besuchte die Baustelle mehrfach. An der Finanzierung beteiligte sich die kaiserliche Familie jedoch kaum. Die Baukosten von 6,8 Millionen Mark (inflationsbereinigt) in heutiger Währung: rund 44.254.000 Euro) wurden hauptsächlich von Einzelpersonen und den deutschen Provinzen aufgebracht. Der Grundstein wurde am 22. März 1891 gelegt, um an den Geburtstag des Namensgebers zu erinnern. Bereits am 1. September 1895, dem Vorabend des damaligen Sedantages, konnte die Einweihung gefeiert werden.

Schwechten, ein gebürtiger Kölner, hatte einen Entwurf im Stil der Neoromanik geliefert, orientiert an den romanischen Kirchen des Rheinlands. Die Anzahl der Türme und die Form des Vierungsturms erinnerte an das Bonner Münster, der Chor an die evangelische Marienkirche in Gelnhausen. Viele Details wurden sehr genau übernommen. Die Nachahmung ging so weit, dass für die Fassade Kalksandstein benutzt wurde, der in der Eifel vorkommt und für rheinische Kirchen Verwendung fand, in Brandenburg aber völlig fremd war.

 

Das Gebäude mit seinen fünf Türmen wirkte beeindruckend monumental. Der zu Teilen heute noch existierende Hauptturm war mit 113 (heute 71)  Metern der höchste der bis 1920 eigenständigen Stadt Charlottenburg.

 

Die seinerzeit aus – im Deutsch-Französischen Krieg erbeuteten – Bronzegeschützen hergestellten Glocken fielen wiederum der Materialnot während des Zweiten Weltkriegs zum Opfer. Vier der fünf Glocken wurden am 7. Januar 1943 aus dem Turm abgenommen und erneut zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Lediglich die kleinste Glocke verblieb der Gemeinde. Bei der Zerstörung der Kirche wurde diese Glocke schwer beschädigt und 1949 an die Glockengießerei Schilling in Apolda/Thüringen geliefert, wo sie einst gegossen wurde.

 

Das Innere der Kirche war aufwendig gestaltet. In der heute noch zugänglichen Vorhalle der alten Kirche befinden sich kunsthandwerklich bedeutende Mosaiken, die von Herman Schaper entworfen und der Firma Puhl & Wagner ausgeführt wurden. Großenteils verdeutlichen diese die Vorstellung vom Gottesgnadentum, die damals schon als überholt galt.

Für ebendiese Eingangshalle schuf der Bildhauer Adolf Brütt einen 1906 vollendeten Bildzyklus, der einerseits das Leben Wilhelm I. darstellte, andererseits das Geschehen der Befreiungskriege dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 gegenüberstellte.

 

In der Nacht vom 22. zum 23. November 1943 wurde die im neoromanischen Baustil von dem Architekten Franz Schwechten entworfene und 1895 eingeweihte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in einem Luftangriff der Alliierten zerstört. Nach dem Krieg wurde die Turmruine der Kirche schnell zum weltbekannten Mahnmal gegen den Krieg. Durch die enge Verbindung zur Kathedrale in Coventry (England), die im November 1940 durch deutsche Bombenangriffe zerstört worden war, ist die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche eingebunden in eine weltweite Versöhnungsbewegung, die internationale Nagelkreuzgemeinschaft.

Im März 1957 gewann Egon Eiermann den Architekturwettbewerb zum Neubau der Kirche. Sein Modell sah zu Gunsten eines modernen Neubaus den vollständigen Abriss der Ruine vor. Diese Pläne verursachten eine ungewohnt leidenschaftliche öffentliche Debatte. Sie endete mit einem Kompromiss, der sowohl vom Architekten als auch von den Bürgern widerstrebend akzeptiert wurde. Die 71 Meter hohe Ruine des alten Hauptturms blieb, bautechnisch gesichert, als Mahnmal gegen den Krieg erhalten, umgeben von einem vierteiligen Bauensemble nach den Entwürfen Eiermanns. Ein oktogonales Kirchenschiff und ein rechteckiges Foyer im Westen des alten Turmstumpfes und ein hexagonaler Glockenturm sowie eine ebenfalls rechteckige Kapelle östlich davon. Am 9. Mai 1959 fand die Grundsteinlegung für den Neubau statt. Am 17. Dezember 1961 wurde die fertige Kirche durch den Landesbischof Otto Dibelius eingeweiht. Das gesamte Ensemble der Gedächtniskirche ist mittlerweile denkmalgeschützt und gilt als wichtiges Mahnmal der Nachkriegszeit und als eines der markantesten Bauwerke Berlins.

 

2011 erhielten wir den Auftrag zur Sanierung des Daches und der Verblechungen im Fassadenbereich.

Große  Teile der Kupferverblechung konnten wir an der Turmhaube erhalten. Sehr oft mussten aber alte Anschlüsse erneuert und überarbeitet werden. In der Fassade die aus weichem Kalkstein besteht, musste großflächige saniert werden. Dort sind fast alle vorhandenen Verblechungen abgebaut  und ersetzt worden.

Besonders schwierig war es über den Ruinenstümpfen die Kupfer und Bleiabdeckungen zu montieren. Hier behalfen wir uns mit Unterkonstruktionen und Überbaumaterialien, wie Aluminiumprofile und OSB- Platten. An die ca. 8 Tonnen Kupferblech, sowie ca. 10 Tonnen Walzblei wurden an diesem Projekt verbaut.

Durch die zum Teil sehr aufwendigen Restaurierungen im Sockelgeschoss zogen sich die Arbeiten bis Anfang 2014 hin.

 

Am Sonntag, den 15. September 2013
feierten Gemeinde und die Stiftung Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche den vorläufigen Abschluss der Sanierungsarbeiten am Alten Turm.
Am Ende des Festgottesdienst wurde die Ehrentafel mit den Namen aller Spender und Unterstützer präsentiert, sowie die fast sechs Meter lange Schriftrolle mit dem Namen aller 1.450 Fugenpaten.


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